Einsamkeit und Isolation der Menschen mit sozial vernetztem HausnotRuf interaktiv beheben

Hervorgehoben

Der Hausnot-Ruf oder Medical-alarm (angelsächsische Bezeichnung) schlägt mit seinem Kommunikationssystem und seiner allgemeinen sozialen Lotsenfunktion zusätzlich familiäre Brücken, und dieses auch über weite Instanzen hinweg.

Er ist eine adäquate Antwort und Reaktion auf inzwischen, global und geographisch verstreut und meist in Kleinstform lebender Mitglieder eines früher großen Familienverbandes…

Der Hausnot-Ruf  (1) oder Medical-Alarm (2) wurde anfangs der 1970er Jahre an einem Krankenhaus in Wilhelmshaven von mir als dessen Krankenhausdirektor mit dem Ziel konzipiert, sinnvoll vernetzte, ambulante und stationäre pflegerische Betreuungs- und Versorgungsformen in der gewohnten häuslichen Umgebung zu ermöglichen.

Die ersten Voraussetzungen dazu waren, • ein vernünftiges global funktionierendes interaktives Kommunikationssystem, den      HausnotRuf, zu konzipieren. • ferner flächendeckende flexible ambulante krankenpflegerische Betreuungsformen zu schaffen • und dieses dann finanziell dauerhaft abzusichern durch eine für alle Bürger gültige gesonderte staatliche Altersversicherung, die spätere Pflegeversicherung.

Konzeptionen für diese drei Voraussetzungen wurden dann im Rahmen des Forschungsprojektes „HausnotRuf“ in der Zeit von 1978 bis 1983 entwickelt. Unter Einbeziehung fortschrittlicher Führungskonzepte und moderner Kommunikations-technologie wurden für die Allgemeinheit neue flexible ambulante (mobile) Versorgungsstrukturen, unter Beachtung des „ Prinzips der rechten Ordnung der Dinge“ etabliert und daneben in den Krankenhäusern relationale Datenbanksysteme zur besseren Ablaufsteuerung eingeführt.

Diese Versorgungsstrukturen sind  seit 1970-er und bis zu   den 1995er Jahren flächendeckend in ganz Deutschland entstanden.

Der internationale Funkverteilungsplan zwingt zu innovativen Lösungen            Die Zahl der Funkfrequenzen ist begrenzt und wird konsequent überwacht. Der HausnotRuf wurde in den 1970er Jahren, daher nach geltenden die Bestimmungen dieses international verbindlichen Funkverteilungsplans, in zwei Zeitstufen entwickelt:

1. In einer kleineren Variante 1972/75 ( siehe:   Stern, Telemetrie Hausnotruf)  ;  (siehe: Das Ereichte)  in Wilhelmshaven, zunächst mit beschränkter Sende-Reichweite (damals 3 bis 7 km), und auf telemetrischer Basis entwickelt.  Sie konnte nur als nonverbales einwegiges Informationssystem eingesetzt werden. Es hatte daher nur sehr eingeschränkte Einsatzmöglichkeiten, auch, weil keine wechselseitige verbale Kommunikation möglich war.

2. Deshalb wurde die größere, komplexere Variante, 1978/79   ( s.o., Das Erreichte)  (ebenfalls in Wilhelms-haven) konzipiert. Jetzt wurden die Kommunikations- und Informationselemente von Funk (Beweglichkeit) und Draht (Reichweite) miteinander verknüpft und zu einem System verbunden und um die verbale Kommunikation ergänzt (durch rückkopplungsfreies Wechselsprechen) und die Übertragung biomedizinischer Daten ermöglicht.

Ein mit jedem einzelnen Betreuten individuell abgesprochener, jedoch jederzeit revidierbarer, Maßnahmenkatalog wurde jetzt noch zusätzlich in einer Betreuungs-zentrale elektronisch hinterlegt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (früher BMFT jetzt BMBF) förderte im Rahmen eines Forschungsprojektes die 2. größere komplexere Variante in der Zeit von 1.4.1979 bis 31.12.1982, an einem Krankenhaus . Der „HausmotRuf“ wurde 1982 mit dem Frankfurter Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.

Ausgehend von Deutschland hat sich der Hausnot-Ruf auf allen Erdteilen verbreitet und mittlerweile weltweit zu einem festen Bestandteil staatlicher und privater Versorgung von kranken, hilfsbedürftigen und älteren Menschen etabliert. Weltweit werden täglich ca. 10 Millionen Menschen betreut. Die Logfile-Analyse meiner seit Mitte 2007 bestehenden Webseite (www.akut-kliniken.de) über den Hausnotruf ergab bis Januar 2010 folgende Web-Seiten-Besuchs-Struktur:

• 96 Staaten ( bei der UNO registriert sind 192), das sind 50 % aller Staaten der Welt, • 692 Groß-Städten aus aller Welt mit qualifizierten Nachfragen (Universitäten,      staatliche Institutionen, Verbände pp), • 42 von 50 US-Staaten (das sind 84 %) haben auch die Web-Seite zugegriffen. • 50 % aller Webbesuche erfolgten aus den USA

Ziele des Hausnot-Ruf´s sind seit den 1970er Jahren:

• Voraussetzungen schaffen, um die medizinische, pflegerische und soziale Betreuung für jedermann in der eigenen gewohnten Umgebung von Wohnung oder eigenem Haus zu vertretbarem finanziellen Aufwand zu ermöglichen. Hinlänglich ist dies unter dem Begriff des „Betreuten Wohnens“ bekannt. Allerdings soll dies in individuell abgestufter Form auch zu Hause geschehen können.

• Teile aus den Elementen stationärer Aufgabenbereiche von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sollen wieder in die gewohnte private Sphäre zurückverlagert werden.

Für diese zurückverlagerten Elemente werden dezentral neu etablierte mobile (ambulante) Dienstleister tätig. (Dezentralisierte Koordination). Wobei die Koordination wohnortnahe, unter Beibehaltung des sozialen Bezugs zu bestimmten Betreuungs- und Bezugspersonen gestaltet wird. Angehörige und Nachbarn werden dabei entsprechend einbezogen.

• Zur langfristigen organisatorischen und dauerhaften finanziellen Sicherstellung dieser Ziele, wurde bereits im Rahmen des Forschungsvorhabens Hausnotruf in den 1980er Jahren von den Projektbeteiligten Überlegungen zu einer Pflegeversicherung, einem solidarischen Kosten-Umlageverfahren, entwickelt.

Das damals dafür zuständige Bundesministerium für Arbeit und Soziales griff diese Überlegungen auf und hat erstmalig auf dem 1980 in Wilhelmshaven abgehaltenen Symposium Hausnotruf dazu Denkmodelle zu einer Pflegeversicherung vorgetragen. Die Pflegeversicherung und der Hausnotruf bedingen einander und entstanden daher notwendig zeitlich und parallel.

• Ein höchst einfach bedienbares, mit nicht mehr als zwei Bedienknöpfen, aber technisch ausgefeiltes Kommunikationssystem, nämlich der „HausnotRuf“ (inzwischen auch Hausnotruf-Dienst und in angelsächsischen Sprachbereich zudem Medical-alarm genannt), hat dabei die Aufgabe, die notwendigen personellen und technischen Maßnahmen abzusichern. (Die Intelligenz- und Wissensansammlungen befinden zum einen softwaremäßig im HausnotRuf-Gerät und zum anderen in den Köpfen qualifizierter Betreuer der Hausnotruf-Zentralen).

Mit modernen Kommunikationstechnologien entstand ein für jedermann kostengünstiges Notruf- und Kommunikations-System, das weltweit von überall aktivierbar und leicht bedienbar ist.

 Vernetze kleine Selbsthilfegruppen ohne Anschluss an eine Zentrale

  • Das HausnotRuf-Gerät, das in der Wohnung steht, ist seit 1980 sogar so geschickt technisch konzipiert, dass kleinste soziale Gruppen, aus bis zu 6 Teilnehmern bestehend, sich mit Hilfe eines solchen Gerätes zu einer sozialen Vernetzung zusammenfinden können, ohne sich an eine Zentrale anschließen zu müssen.

Dies ist bereits seit 1980 möglich und die ganz normalen Telefone (einerlei ob drahtbedungen oder mobil) sind dabei einsetzbar. Soziale Netze in Stadtteilen oder Ortschaften sind daher ohne großen Aufwand möglich. Kleingruppen sind flexibler und lösen schneller Probleme als große Gruppengebilde; sie sind  schnell und überall möglich, wo ein draht- oder glasphasergebundener Telefonanschluss vorhanden ist.

  • Nr. 38 HausnotRuf 1980 –Soziales Netz –ohne Zentrale
  • Nr. 39  HausnotRuf 1980 -Soziales Netz- Schaltplan
  • Die HausnotRuf-Geräte lassen sich auch so programmieren, dass  zunächst Bezugspersonen  oder Angehörige  und danach dann optional    eine  Haus-notRuf-Zentrale  angerufen  wird. Dies ist   hard- und softwaremäßig so  bei allen gehobenen  Geräten seit  1980  so vorgesehen.
    •   Nr.  37     HausnotRuf 1980 –Soziales Netz- Zentrale optional
    •   Nr. 40      HausnotRuf 1980 – Soziales Netz Schaltplan Zentrl optional

Übrigens von jedem Handy, wenn es denn mit einem geladenen Akku und Chip versehen ist, auch wenn es nicht mehr angemeldet oder durch den Provider gesperrt wurde, kann jederzeit kostenlos  der Notruf 110 an die nächstgelegene Rettungszentrale ausgelöst werden. Diese kann dann jedes Handy bis auf wenige Meter genau orten lassen.

Mit dem HausnotRuf sollen Sicherheit vermittelt und neue soziale Interaktionen ermöglicht werden. Grundlage des menschlichen Zusammenlebens ist das Urvertrauen, welches in den früher vorherrschenden und mehrere Generationen umfassenden Großfamilien anzutreffen war. Diese Mitglieder einer Großfamilie leben jetzt aber nicht mehr beisammen sondern verstreut im In- und Ausland.

Der Hausnotruf übt daher als Kommunikationssystem gewissermaßen die oben beschriebene soziale Lotsen- und ferner eine familiäre Brückenfunktion aus.Ein durchaus gewollter Nebeneffekt dieser Lotsenfunktion des Hausnotrufs ist das Ermöglichen sozialer Interaktionen u.a. durch Aktivierung der Nachbarschaftshilfe und das Knüpfen privater interaktiver sozialer Netze; nach dem Prinzip der „dezentralisierten Koordination“ auch über größere Distanzen hinweg.

Um Verantwortungsdiffusion zu vermeiden, sind klare Strukturen und regionale Verantwortlichkeiten in  der Ablauforganisation einer Hausnotrufzentrale zu gewährleisten.

Die Hausnot-Ruf-Zentralen sollen über überschaubare optimale Betriebsgrößen verfügen. Zur Einführung des Hausnot-Rufes in 1974/75 wurden deshalb die Selbstkostenblätter rund 320 Krankenhäuser Niedersachsens nach deren optimaler Betriebsgröße untersucht, und gefragt, inwieweit Krankenhäuser in das Konzept einbeziehbar wären.

Diese o.a. Regeln optimaler Betriebsgrößen gelten auch für die Hausnot-Ruf-Einrichtungen. Eine dezentrale Koordination ermöglicht u.a. kleine, hochmobile Einheiten von Helfern vor Ort. Der Markt (die soziale Marktwirtschaft) regelt leider nicht alles: Im Gegenteil, marktbeherrschende Hersteller von HausnotRuf-Geräten und große Betreiber von Hausnot-Ruf-Zentralen geraten in Gefahr, notwendige Regulierungsmechanismen des Marktes auszubremsen. Dieses ist wahrscheinlich eine der Ursachen der in Deutschland mehrfach bemängelten geringeren Verbreitung des HausnotRufes

Moderne Chip- und Fertigungstechnik ermöglichen inzwischen preisgünstige Herstellungsverfahren zu. Günstige Preise sollten an den Markt, also an die Nutzer von HausnotRuf-Geräten, weitergegeben werden. Das geschieht leider nur in geringem Maße. Bei sinnvoller moderater Preisgestaltung erhöht sich die Akzeptanz beim Endverbraucher.

Der HausnotRuf und die ambulanten Dienste entlasten das Gesundheitssystem signifikant. Alle Beteiligten am System profitieren in vielerlei Hinsicht, wenn die ursprünglichen, in den 1970er und zu Beginn der 1980er Jahre formulierten und geplanten Ziele des Hausnot-Rufs und die Schaffung neuer ambulanter pflegerischer Betreuungsformen halbwegs umgesetzt würden. Der Hausnot-Ruf und die durch ihn erst möglich gewordenen ambulanten, mobilen Dienste entlasten das Gesundheitssystem.

(Siehe dazu  Nr. 45 Gesamtrechnungen Statistik Pflege – Krankenhaus- HausnotRuf)

Die pragmatische (Not)- Lösung in England Die 1974 in Wilhelmshaven erstmalig vorgestellte kleinere Variante des Hausnot-Ruf-Systems auf telemetrischer Basis, mit ihren qualitativen und quantitativen Einschränkungen (nur nonverbaler Informationsübertragung pp), erhielt in Deutschland damals keine Funkgenehmigung. In England erteilte die dortige Postbehörde dagegen jenem HausnotRuf-System eine Funkgenehmigung. Das HausnotRuf-System wurde dann in England Ende der 1978er, Beginn der 1980er Jahre flächendeckend eingeführt.

An diese kleinere Variante dieser HausnotRuf-Zentrale konnten maximal 1000 Hausnot-Ruf-Geräte angeschlossen werden. Die einwandfreie Funkreichweite ließ einen Radius von 3 bis 7 km um die Zentrale zu. Je maximal 1000 Geräte bildeten daher eine überschaubare Organisationseinheit mit entsprechendem Hilfspersonal und sozialen Kontakten, ein soziales Netz mithin.

Diese technischen Einschränkungen bewirkten aber zugleich etwas Positives. In etlichen Alarmfällen wird zum Klären der Situation eine telefonische oder aber persönliche Rücksprache (durch Aufsuchen der hilfsbedürftigen Person in deren Wohnung) erforderlich. Dadurch kommt es aber notwendig zu einem direkten personalen interaktionellen Kontakt mit Vertrauensaufbau zwischen Betreuer und den betreuten, hilfsbedürftigen Personen (eine unabdingbare Voraussetzung für die Akzeptanz und das Wohlbefinden der betreuten Person , um ein Gefühl großer Sicherheit zu vermitteln ).

In England ist das Zehnfache gegenüber Deutschland  an Hausnot-Ruf-Geräten (das sind ca. 3.500.000 Hausnot-Ruf-Geräte) im Einsatz. In Deutschland wird diese Zahl auf gegenwärtig mehr als 500.000 Nutzer des HausnotRufs geschätzt.

In Deutschland ist der Hausnot-Ruf auch deshalb schlechter beleumundet, weil vorwiegend größere Hausnot-Ruf-Call-Center, mit teilweise mit mehr 50.000 Teilnehmern marktbeherrschend sind, was sehr wahrscheinlich mit vielfach befürchteter Anonymität und fehlender sozialer Nähe und mangelndem personalem Bezug zusammenhängen mag. Das wiederum führt zu geringerer Akzeptanz.

 Falsch verstandene ökonomische und soziale Zwänge sowie Gewinnmaximierung haben hierzulande das „Prinzip der rechten Ordnung der Dinge“ auf den Kopf gestellt; wodurch die ursprünglichen und eigentlichen Ziele optimalen menschlichen Zusammenlebens schwerer erreicht werden.

Call-Center-Organisation Call-Center sind nicht mehr wegdenkbar; aber auch nicht überall angebracht. Sie sind im merkantilen Bereich möglicherweise die Organisationsform der ersten Wahl. Jedermann weiß um die Stärken und vor allem aber Schwächen dieser Organisationsform; der die Verantwortungsdiffusion oft innewohnt. Sie ist Folge unguter stringenter sozialer Verhaltensregeln, die letztlich in Verhaltenszwängen am Arbeitsplatz münden.

Es gibt Grenzen für die Anwendung dieser Organisationsform. ( z.B. Gerichtsbarkeit, Bundeswehr, Kirche, Krankenhäuser, pp). Für den Haunot-Ruf ist diese Organisationsform aus mehreren Gründen hingegen nur partiell geeignet.

Kritik an zu großen Hausnot-Ruf-Zentralen und deren -Call-Center Verantwortungsdiffusion stellt sich nahezu immer automatisch ein, wenn vertrauenbegründende personale Verantwortlichkeiten fehlen oder nicht dauerhaft gegeben sind. Es muss eine zuverlässige Kontinuität in der Ansprechbarkeit desselben Betreuerkreises (als Bezugs- und Vertrauensperson) in der HausnotRuf-Zentrale gegeben sein. Sind die betreuten älteren Menschen mit ihren HausnotRuf-Geräten hingegen an große überregionale Call-Center angeschlossen, können diese Bedingungen nicht sicher erfüllt werden.

In Deutschland gibt es leider einige Hausnot-Ruf-Zentralen die nach dem Call-Center-Prinzip geführte werden. Eines dieser Call-Centren betreut z.B. mehr als 50.000 HausnotRuf-Teilnehmer.

Für die Hausnot-Ruf-Zentralen können allenfalls partielle Elemente einer Call-Center- Organisationsform übernommen werden, keinesfalls jedoch alle, wie dies leider mehrfach mit negativen Folgen geschehen ist.

Gemeindearbeit und Seniorenbetreuung erfordern durch nichts zu ersetzende direkte Kommunikation, also personalen Bezug. Unterbleibt der, erlahmt die Aktivität sozialer oder kirchlicher Gemeinden, u.a. mit der bekannten Folge des Mitgliederschwundes. Anonyme Call-Center beschleunigen diese negative Entwicklung noch eher.

Abgestimmtes Strukturiertes Hilfeverhalten in einer Hausnot-Ruf-Zentrale – Richtiges Hilfeverhalten/ Krisenmanagement/

Die obige Kritik an der Call-Center-Organisation begründet sich u.a. auf 1968 veröffentlichte Erkenntnisse und Untersuchungen über „Intervention… in Notfällen“ und entsprechender „Information über die Situation… aller Beteiligten…“ (Darley und Latané ) und den Feldversuch des Forschungsvorhabens Hausnot-Ruf in Wilhelmshaven und auf persönliche Befragung von Betreuern und betreuten Menschen.

Zu Beginn des Wilhelmshavener Feldversuchs „Forschungsvorhaben Hausnot-Ruf ..“ waren Berichte dieser beiden US-Studien bekannt. Diese sind in gewisser Weise indirekt in Struktur und die technische Konzeption des Hausnot-Ruf eingeflossen. Die Ärzte des Wilhelmshavener Krankenhauses, an welchem der Hausnot-Ruf entwickelt wurde, befragten daher in unregelmäßigen Abständen ihre ambulant betreuten Patienten und deren Betreuer entsprechend.

Erkenntnis und Ergebnis des Feldversuches:

• Sind klare Strukturen, zuverlässige und persönliche Ansprechbarkeit der Bezugspersonen/ Betreuer und Nachbarn dauerhaft gegeben und wird sofort gehandelt, stellen sich bei Nutzern des Hausnot-Rufs, seinen Angehörigen und Nachbarn eine hohe Akzeptanz und ein subjektives Gefühl der Sicherheit ein.

• Auf eine kleine einspaltige, dreizeilige kleine Meldung in einer Regionalzeitung mit klaren Umrissen über den Feldversuch Hausnot-Ruf reagierten 1979 über 300 Personen, davon 100 ( das sind 33 %), die spontan als eventuelle Helfer für Nachbarn oder Angehörige in Notfall tätig werden wollten.

• In Notsituationen muss entschieden und einfach gehandelt werden. Sind keine dauerhaften klaren Strukturen, keine persönliche Verantwortlichkeiten und keine Kompetenzen gegeben, macht sich die Verantwortungsdiffusion breit und das Gegenteil wird erreicht. Die Studien von Beaman sowie Darley und Latané befassen sich mit diesem Thema, dem Verhalten in Notsituationen.

• Um die Abläufe des Helfens sicher zu koordinieren, muss zuvor darüber entsprechend informiert werden. Daher sind vorab die zu Betreuenden, Älteren, Alleinlebenden und Kranken, der Kreis der potentiellen Helfer wie Angehörigen, Nachbarn , Ärzte und evtl. kirchlichen Helfer, über die Abläufe und insbesondere den individuell festgelegten Maßnahmenkatalog, soweit wie nötig und möglich, zu informieren. Ein zeitnaher Änderungsdienst ist dazu erforderlich. So wird der Notfall zum Normalfall und die Hilfsbereitschaft nimmt zu. Im Feldversuch Forschungsvorhaben in Wilhelmshaven bestätigte sich dies erfreulicherweise immer wieder.

Einzelpersonen handeln und entscheiden, im Gegensatz zum Team, in der Regel sofort. Alles geht schneller.

Die größere, komplexere Variante, des Hausnot-Rufs wurde technisch und organisatorisch so konzipiert, dass all diese Forderungen erfüllt wurden. Die größere, komplexere Variante, mit nur zwei Bedienknöpfen, sichert:

• die automatische Übermittlung von mindestens 10 unterschiedlichen, individuell definierbaren aktiven und passive Alarmarten, • Es können bis zu sechs Bezugspersonen/ Institutionen, in Einzelfällen auch mehr, gespeichert werden, die nacheinander bei ausgelöstem Alarm angerufen werden. • die automatische Übertragung biomedizinischer Daten, • und die einwandfreie verbale Kommunikation mittels von der Hausnotruf-Zentrale steuerbarem, rückkopplungsfreiem Wechselsprechen und regelbarer Lautstärke des Hausnotruf-Gerät in der Wohnung des Betreuten, • das Führen eines nicht löschbaren Logbuches ( elektronische Aufzeichnung aller Vorgänge), • dauerhaften Aufbau persönlicher Kontakte zu Vertrauenspersonen in der Zentrale.

Wichtige fünf Schrittfolgen es Helfens:

Der potentielle Helfer / Betreuer in der Hausnot-Ruf-Zentrale muss erkennen, dass etwas passiert und was passiert ist. Er kennt die fünf Schrittfolgen und entscheidet einzelverantwortlich, was zu tun ist. Das kann er umfassend, wenn die Zentrale mit der größeren, komplexeren Variante Hausnotruf ( gemäß dem Forschungsvorhaben Wilhelmshaven ) ausgerüstet ist.

Die fünf Schrittfolgen: 1. Voraussetzung ist, dass zwischen Betreuer und Betreutem und dessen Umfeld ein Vertrauensverhältnis (dauerhafter personaler Bezug) und Kenntnis über die persönliche Situation und die Lokation des Betreuten besteht. So kann ein Ereignis richtig interpretiert werden.

2. Der Betreuer in der Zentrale ist bereit, die persönliche Verantwortung zu übernehmen. Dies muss später jederzeit nachvollziehbar sein und bleiben (Elektronisches Logbuch).

3. Der Betreuer in der Zentrale entscheidet, wenn möglich, in Abstimmung mit dem Betreuten, was getan wird. Er übt aufgrund seiner lokalen, geographischen und persönlichen Lagebeurteilung eine aktive Lotsenfunktion während des gesamten Handlungsablaufes aus.

 4. Der Betreuer hält als Lotse während eines ausgelösten Hausnot-Rufs ( Notfall) Kontakt zu Nachbarn und Verwandten, koordiniert mit diesen eventuelle Maßnahmen und kontrolliert dies aber auf jeden Fall abschließend

5. Seine Entscheidung wird in Normalfall umgesetzt, von ihm kontrolliert, überwacht und von ihm schließlich beendet. Dies teilt er abschließend dem Beteiligen eindeutig so mit. – Der Lotse geht gewissermaßen wieder von Bord, er meldet sich ab.

Das Einhalten dieser notwendigen 5 Schritte, neutralisiert die egalisierenden, restriktiven sozialen Verhaltenszwänge von Vorschriften/ Dienstanweisungen einer Call-Center-Organisation. Hilfe- und Ratsuchende fürchten die Anonymität einer solchen Organisationsform; sie vermissen die Lotsenfunktion, Urängste kommen auf.

 Es besteht ja auch die Gefahr, dass Mitarbeiter in einem Call-Center anonym bleiben und sich in gewisser Weise nicht persönlich verantworten wollen. Der Telefoncomputer eines Call-Centers wählt den nächsten freien Mitarbeiter aus und steuert gewissermaßen das Reaktionsmuster und die Arbeitsabläufe, mithin die sozialen, per Dienstanweisung vom Computer gesteuerten Verhaltensweisen und Zuständigkeiten der Mitarbeiter untereinander zwingend. Für persönliche Entscheidungen des Hilfspersonals ist da wenig Platz. Je weniger aber ein Mitarbeiter in der HausnotRuf-Zentrale vom Betreuten weiß und wissen kann, umso hypothetischer wird sein Handeln und sind seine Entscheidungen. Eine notwendige ständige Anpassung einer HausnotRuf-Zentrale an sich verändernde Situationen beim Betreuten setzt bei den Mitarbeitern detaillierte persönliche und regionale Kenntnisse voraus. Hausnotruf-Zentralen und ambulante Dienste müssen allein schon aus diesem Gründen stärker als bisher dezentral regional und sachlich fachlich kooperieren.

Das Krankenhaus, an dem der Hausnotruf und die ambulanten Dienste eingeführt wurden, bediente sich in den 1980er Jahren dieser Methoden und Entscheidungsstrukturen und hat sie auch in den ambulanten Betreuungsbereich erfolgreich übertragen. Das „Prinzip der Rechten Ordnung der Dinge“ spielte dabei eine zentrale Rolle.

  •  Gute Ideen, wie der HausnotRuf oder Medical-alarm, entwickeln und verbreiten sich von selbst. Sie müssen sinnvoll, ökonomisch vorteilhaft und ferner technisch einfach bedienbar sein, darüber hinaus vielen Menschen dienen. Er, der HausnotRuf, soll nur subsidiär benutzbar sein und eingesetzt werden. Seine Aufgabe ist es, Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, eine Lotsenfunktion anzubieten und soziale Interaktionen auszulösen. Er erfüllt seine Aufgabe mehr, wenn Stille und Sicherheit herrschen und kein hektischer Aktionismus und sich darüber hinaus ein dauerhaftes soziales interaktives Beziehungsgeflecht zwischen Betreutem sowie der HausnotRuf-Zentrale und anderen Betreuten entwickelt hat.
  • Diese sozialen und sozialpsychologischen Aspekte kommen bei Herstellern und Betreibern von Hausnot-Ruf-Einrichtungen einfach zu kurz. Bisher entstanden so gut wie keine vernetzte kleine Selbsthilfegruppen von HausnotRuf-Nutzern (meistens ältere Menschen) außerhalb einer HausnotRuf- Zentrale.
  • Sie, darunter auch jene, den Kirchen nahestehende Betreiber, sprechen und schreiben gar von ihren Kunden, wenn sie die Älteren, Alleinlebenden und Kranken meinen. Wer eine gewisse Wortwahl trifft, zeigt damit, wie er denkt. Dann sind Worte wie Profit und Rentabilität nicht mehr weit. Sie haben ja auch ein großes Vorbild. Eine große deutsche Krankenkasse, schreibt und wirbt aus ihrem Selbstbild von sich als „Unternehmen Gesundheit“ und ihren „Kunden“.

Kommt da nicht ein beklemmender Gedanke auf, wonach ab einem noch zu definierendem Zeitpunkt die unrentablen „Fälle“ aus den Kundenstamm der „Volksgemeinschaft“, wirtschaftlich betrachtet, eliminiert werde? Das gab es in Deutschland schon einmal. Haben wir nichts dazugelernt?

  •  Sozial-marktwirtschaftlich ausgedrückt, kann daher auch gesagt werden, dass gegenwärtig in Deutschland beim HausnotRuf das Preis-Leistungsverhältnis nicht stimmt. Der Betreute muss vielfach einen hohen Grundbetrag für ein Hausnotruf-Gerät und einzelne kleine Dienstleistungen entrichten, wodurch dann für eigentliche personelle soziale pflegerische Betreuungsformen kaum oder keine finanziellen Ressourcen mehr bleiben. Dieser Personenkreis, der meistens bereits aus dem Berufs- und Erwerbsleben ausgeschieden ist, kann eben kein zusätzliches Einkommen mehr generieren. Ist es dann nicht ein ungünstiger Service, der da geboten wird, sozial-marktwirtschaftlich betrachtet?

Auf der Veranstaltung „25 Jahre Hausnot-Ruf“ im Jahre 2005 in Nürnberg, stellte ich fest , dass einigen Herstellern und Betreibern von Hausnot-Ruf-Einrichtungen diese eigentlichen Zielsetzungen des Hausnot-Ruf wenig bekannt waren. Dieser Beitrag soll an diese Ziele noch einmal erinnern.

Die eigentliche sozial- und gesellschaftspolitische Bedeutung des Hausnot-Ruf´s, den ambulanten Diensten und der Pflegeversicherung  ist bisher in Deutschland nicht in vollem Umgange erkannt worden. Der HausnotRuf wurde zeitgleich mit den ambulanten Pflegediensten an einem Krankenhaus konzipiert und großflächig eingeführt. Und zu deren beider dauerhafter wirtschaftlicher Sicherung wurde von den Initiatoren des HausnotRufes in den 1980er Jahren die Pflegeversicherung konzipiert, die dann 1995 Bundesgesetz wurde.

Erst durch das Vorhandensein vom HausnotRuf und der Pflegeversicherung kam es in Deutschland  zu einem bundesweiten, flächendeckenden Netz ambulanter Dienste.

  • Allein in Deutschland entstanden seit der Einführung des HausnotRuf `s ab 1980 und der durch das Forschungsprojekt Hausnot-Ruf initiierten Pflegeversicherung bis gegenwärtig ca. 350.000 Arbeitsplätze im ambulanten pflegerisch, gerontologischen Bereich und
  • in den Hausnot-Ruf-Zentralen noch einmal rd. 5500 Arbeitsplätze.
  • Die volkswirtschaftliche Ersparnis in Deutschland wird auf jährlich rd. 1 Milliarden Euro geschätzt, mit steigender Tendenz.

(siehe Literaturhinweise: • Nr. 52  Übersicht : The Graying Of Germany- Das Grauwerden Deutschlands Nr. 45 Gesamtrechnungen, Statistik, Pflege, HaunsnotRuf, Krankenhaus )

W. H. 10178 Berlin/Flettmar, Februar 2010/2014 Friedrichsgracht 57 / 619 , 10178 Berlin

Betriebspoliklinik des Ministerrates wird 1990 Medizinisches Versorgunszentrum (MVZ) in Berlin-Mitte

Die Voraussetzungen für  eine  denkwürdige gesundheitspolitische Metamorphose wurden mit dem 20. August 1990 in Berlin Mitte geschaffen.

  • An diesem Tag erhielt zu DDR Zeiten der Verein „Kuratorium am Potsdamer Platz- Verein zur Förderung medizinischer und sozialer Einrichtungen“ seine Rechtskraft vom Vereinsregister des Stadtbezirksgerichtes Berlin Mitte unter der Nr. 1925 des Vereinigungsregister.                    ( >> www.akut-kliniken.de, Literatur, Nr. 59.1 Kuratorium Potsdamer Platz rechtsfähig).
  • Dem ging zu Beginn des Jahres 1990  ein Gedankenaustausch mit  Staatssektär Karl Jung  im damaligen  Bonner  Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung voraus. Ich wollte  sicher  sein, dass die von mir gewählte Rechts- und Organisationsform auch nach der sich abzeichnenden  Wiedervereinigung der beiden  deutschen  Staaten,  Bestand  haben würde.  Wie  zu erwarten, wurde diese Lösungsform (jetzt unter MVZ bundesweit bekannt) von unterschiedlichen  Interssengruppen  nach der Wiedervereinigung erfolglos  angegriffen.  (BMA-Jung 18.04.1990
  • Damit war die Möglichkeit geschaffen worden, wonach eine gemeinnützige Einrichtung Träger der staatlichen Betriebs-Poliklinik im Hause der Ministerien (= HdM) (mit 15 Außenstellen in den anderen DDR- Ministerien und ca. 370 Mitarbeiter, darunter über 60 Ärzte nahezu aller Fachrichtungen) in der Leipziger Str. 5-7werden konnte.Dort ist  gegenwärtig Sitz des Bundesfinanzministeriums,
  • Am 28.09.1990 unterzeichnete der damalige DDR Gesundheitsminister Dr. Sc. Jürgen Kleditzsch für das Ministerium für Gesundheit den Übertragungs-vertrag zum 1.10.1990 auf den neuen gemeinnützigen Träger. Für den neuen gemeinnützigen Träger, „Kuratorium am Potsdamer Platz- Verein zur Förderung medizinischer und sozialer Einrichtungen“ unterzeichneten dessen Geschäftsführer, Dr. med. Sc. G. Tomschke und der Dipl.-Kfm. Wilhelm Hormann , von der Akut-Kliniken- Verwaltungs-GmbH. ( >> www.akut-kliniken.de , Literatur, Nr. 59.2 Der Übernahmevertrag 27.9.1990)
DDR-Poliklinik-System erhalten 11.8.1990

DDR-Poliklinik-System erhalten 11.8.1990

 

  • Die ehemals staatliche Betriebs-Poliklinik des Ministerrats der DDR im Hause der Ministerien hatte sich mit dem 1.10.1990 metamorphosierend in ein Medizinisches Versorgungs-zentrum (MVZ) , in ein gemeinnütziges Gesundheits-zentrum mit ange-stellten und niedergelassenen Ärzten gewandelt. Das erste  Gesundheitszentrum oder MVZ seiner Art im wiedervereinigten Deutschland. Nach dieser Konzeption  sind dann in ganz Deutschland Gesundheits-zentren  und MVZ entstanden

 

 

  • Dieses war nach dem Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR, nachdem zeitlich befristete Übergangsbestimmungen noch rechtzeitig entfernt wurden, zulässig. Später wurde die Bundesgesetzgebung angepasst und die Gesundheitszentren oder MVZ breiteten sich dann in ganz Deutschland aus. Angestellte und niedergelassene Ärzte arbeiteten in einer großen Praxis unter einer oder getrennter KV-Zulassungs-Nummer.
  • Der damalige Justitiar der Kassenärztlichen Bundesvereinigung  war 1990 nach der Wiedervereinigung.sehr erstaunt, als  mit ihm Kontakt aufgenommen wurde. Er konnte nicht glauben, dass ausgerechnet die staatliche Betriebspoliklinik des DDR-Ministerrates eine gemeinnützige Rechtsform noch zu DDR-Zeiten gehabt hatte. Ihm ist zu verdanken, dass spätere Angriffe , auch standespolitische und  auch über die Standesbank ins Leere liefen. (>> www.akut-kliniken.de , Nr. 59 >> Zeitungsartikel vom 21.Mai 1991)
Berlin, 1994 Gesundheitszentrum ( MVZ) Mohrenstr 6

Ärztehaus in der Mohrenstr. 6, Berlin-Mitte

1994 zog das Gesundheitszentrum von dem Gebäude des jetzigen Finanzministeriums, in der Leipziger Str. 5-7,  aus in ein von dem Bundesvermögensamt gemietetes Gebäude in der Mohrenstraße 6 um. Dieses Gebäude wurde für Arztpraxen umgebaut. Dort waren bis 1998 angestellte und niedergelassene Ärzte tätig. Der Trägerverein löste sich auf.

  Ein Ärztehaus ist dieses Gebäude  bis jetzt  geblieben.

  • Das Konzept  der umgewandelten Betriebpoliklinik im Haus der Ministerien und später  in der Mohrenstr. 6  -von 1990 bis 1998.   In den Doctors-Buildings der USA  ist  meistens das Beteiligungsverfahren derart geregelt, dass  der Anteil an dem Doctorsbuilding  nur für ärztliche Tätigkeiten möglich    werden kann. Die Nachfolgeregelungen sind daher in gewisser Weise  zustimmungsplichtig, um dieses sicherzustellen.  Das als Literatur-Anhang Nr. 60 beigefügte Konzept (Poli-HdM-Mohrenstraße 6)   ging  u.a. von dieser  Überlegung aus, ist aber auf die deutschen  Verhältnisse  zugeschnitten.

Verantwortungsdiffusion- Aufklärung-fünf richtige Hilfsschritte

Verantwortungs-Diffusion- mit Aufklärung begegnen– fünf  Schritte zu richtigem Hilfeverhalten- … in den HaunotRuf-Zentralen und  Callcentren

A . Verantwortungsdiffusion Es gibt den Begriff der Verantwortungsdiffusion ( geprägt von Darley und Latané)

“…je mehr Menschen Zeuge eines Geschehens werden, desto weniger verantwortlich fühlt sich das einzelne Individuum und ist es in der Tat auch so, weil sich die Verantwortung gleichmäßig über die Menge verteilt. Verantwortungsdiffusion hat ferner mit sozialen Verhaltensregeln zu tun, die so stark sind, das sie selbst auf Leben und Tod keine Rücksicht nehmen; schließlich wäre es überaus peinlich, der Einzige zu sein, der Aufregung verursacht, und am Ende , wer weiß, für nichts und wieder nichts.

B . Untersuchung von Arthur Beaman

Er untersucht dieses Phänomen und erstellt daraufhin die 5 Schritte des Helfens. „Wenn man einer Gruppe von Menschen über Verhaltensprägung durch Auslösereiz, über Ignoranz einer Mehrzahl von Beteiligten und über dem Zuschauereffekt aufklärt, werden sie in gewissem Sinn gegen diese Verhaltensweisen immun. Wenn Sie wissen, wie anfällig wir dafür sind, in entscheidenden Situationen zu versagen, sind wir nach Beamans Erkenntnissen, mit größter Wahrscheinlichkeit dagegen gefeit, Opfer einer Fehlentscheidung zu werden“.

C. Wichtige Schritte zum Hilfsverhalten

1. Wichtige fünf Schritte zum richtigen  Hilfeverhalten

a. Sie, die potentiellen Helfer, müssen erkennen, dass etwas passiert ist

b. Sie müssen das Ereignis so interpretieren, dass Hilfe u.welche gebraucht wird

c. Sie müssen persönliche Verantwortung übernehmen

d. Sie müssen entscheiden, was zu tun ist

e. Dann müssen sie handeln.

2. Einzelpersonen entscheiden und handeln, im Gegensatz zur Gruppe , meistens sofort

Beim Feldversuch des HausnotRuf´s in Wilhelmshaven 1978 bis 1983 wurden Nachbarn oder Bekannte aus Gründen des Datenschutzes und der Vertraulichkeit von den Versuchsleitern einzeln befragt und stimmten ausnahmslos zu, im Notfalle helfen zu wollen.

D ) Verantwortungsdiffusion in  Call-Centern /  der Darley-Latané-Effekt 

Am realen Beispiel wird der Nachteil einer  Call-Center- Organisation verdeutlicht.

 Eine mittelgroße Bank  betreibt  ihre   Back-office  Kreditbestandsverwaltung in der Form eines   Call-Centers  mit ca.  100 Beschäftigten. In  einer Sachfrage  wurden  bis zu einer Entscheidung nacheinander  9 Mitarbeiter dieses Centers  mit einer mittleren Gesprächsdauer  von  jeweils bis   10  Minuten aktiv. 
Jeder  neu hinzugezogene  Mitarbeiter, der  nach dem  Zufallsprinzip vom Telefoncomputer nach Verfügbarkeit ausgesucht wurde,  musste sich erneut in die Sachfrage einlesen   und   beim Anrufer rückfragen, um sich   über den aktuellen Sachstand  zu informieren.

Bei einer einzigen  Sachfrage    wurden bis zur Problemlösung  nacheinander   9 Personen, das sind 9 %  aller Mitarbeiter des Call-Centers, eingebunden. Bei einer   mittleren  Gesprächsdauer  von 10 Minuten  waren das dann bis zu einer Entscheidung  90 Minuten  Arbeitszeit.
 

Die organisatorischen  Call-Center-Abläufe  beinhalten  auch   zugleich   soziale Zwänge.  Ihre  gleichmachenden Strukturen  begünstigen folglich   die Verantwortungsdiffusion.   Der Telefoncomputer weiß ja  nicht, wie fachkompetent der Mitarbeiter ist, dessen  Telefon-Nr.  er gerade aus-  und anwählte.
 

Die richtige Auswahl der Gesprächspartner  nach  Sozial- und  Fachkompetenz   ist aber eine unabdingbare  Voraussetzung für eine  schnelle  Problemlösung und   gute  dauerhafte Geschäftsbeziehung. Das gilt analog  auch bei  einer Patientenbetreuung und dauerhafter Patientenbindung an eine Institution.   Dies gilt insbesondere dann,  wenn  ein  Kunde  begonnene Gespräche mit demselben Sachbearbeiter  später  fortsetzen will oder muss.
 Genau das wird aber  technisch  und organisatorisch   unterbunden.  Die Call-Center-Mitarbeiter weisen   regelmäßig darauf hin, es sei ihnen untersagt,   Telefonnummern herauszugeben.

Ein  gewolltes    Ausweichen   in  die  Telefon-Nummern-Anonymität, ist   ein  eindeutiger  Hinweis  auf  soziale  Zwänge dieser Organisationsform, welche  die  Verantwortungsdiffusion begünstigt und  Problemlösungen damit erschwert .

 
Beim Feldversuch  „HausnotRuf“  (Ende der1970-er bis Beginn 1980-er Jahre)  wurde, um Verantwortungsdiffusion nicht erst aufkommen zu lassen, darauf geachtet, dass die  betreuenden  ambulanten Pflegekräfte, neben der fachlichen Qualifikation,   danach ausgewählt wurden, wie sie mit dem Patienten  oder  Älteren  „auskamen“ ( also Auswahl nach Sozialkompetenz), damit ein Vertrauen für eine dauerhafte Betreuung aufgebaut werden konnte.  Traten in der Folgezeit Probleme auf, waren diese  immer sehr kurzfristig gelöst. Alle Beteiligten  waren letztlich  zufrieden.   

An dem  HausnotRuf-Gerät  eines   Nutzers kann  zusätzlich  eingestellt werden, dass der Ruf immer an eine bestimmte  Person in der Zentrale  geleitet wird. Oder bei Vorliegen bestimmter Diagnosen werden diese Rufe ebenfalls  gezielt an vorgemerkte Personen weitergeleitet, ohne in eine Warteschleife gelangen.

Es ist nicht notwendig, sich an eine Zentrale  anzubinden. Es können sich in Stadtteilen oder Dörfern  Selbsthilfe- oder Nachbargemeinschaften bilden. Die ohne das Dazutun einer  Zentrale  miteiander  im Notfall  kooperieren ( Siehe www.Akut-Kliniken.de / Literaturanhang Nr. 34, 37,38,39,40,41) .

Bis zu sechs Telefon- oder Handy-Nummern,  von unmittelbaren Bezugspersonen,   können nacheinander angewählt werden. Von jeden  Handy oder Telefon  ist  dann im Falle eines Notrufes eine Bedienung und Kommunikation möglich. So können Nachbarn oder  Verwandte  immer wieder im  Wählcyklen  nacheinander  angerufen werden, bis jemand den Hörer abnimmt.

Will jemand in einer solchen Nachbarschaftsgemeinschaft besonders sicher sein,  wird das HausnotRuf-Gerät zuerst die Nummern der vorgesehenen  Bezugspersonen und erst am Schluß  eine Haunorufzentrale anwählen.

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Inhaltlich Verantwortlicher gemäss § 10 Absatz 3 des Medienstaatsvertrages (MDStV) für den Inhalt dieser Webpräsenz: Wilhelm Hormann (Anschrift siehe unten)

Friedrichsgracht 57 / 619
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Akut-Kliniken-Verwaltungs-GmbH
Dorfatraße 16
38539 Müden-Flettmar

Geschäftsführer: Burkhard F. J. Hormann

Das Erreichte

Hervorgehoben

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Die erste Sozialstation, auch ambulante Pflege- und Beratungsstation genannt, mit über 25 Krankenschwestern und -pfleger/ halbtags 40 . Links im Bild der Einsatzleiter Preuss und die Ordensoberinnen von der Provinzleitung der Franziskanerinnen ( ca. 1972 ) Im Hintergrund die Stadtkarte von Wilhelmshaven. Wenn ein Notrufposten Alarm auslöste ( damals noch telemetrisch ), blinkte an der betreffenden Stelle des Stadtplanes ein Lämpchen auf, dann musste telefoniert werden, oder jemand musste sich zu der Person, die Alarm ausgelöst hatte, begeben.

  • Einführung der ersten Sozialstation in Deutschland und auch der ambulanter Pflege- und Beratungsdienste 1972/73 an einem Krankenhaus, mit großflächiger Betreuung von Stadt- und Stadtrandgebieten.
  • Entwicklung und Konzipierung des Hausnot-Ruf in Deutschland, Durchführung eines entsprechenden Forschungsauftrages der Bundesregierung zur Verbesserung der Sozialstationen und der ambulanten Pflegedienste sowie dazu eine dauerhafte Refinanzierungsform zu entwickeln.
  • Durchführung eines internationalen Hausnot-Ruf-Symposiums zur Präsentation und Veröffentlichungen zur weltweiten Einführung des Hausnot-Rufs.
  • Schaffen  dauerhafter Finanzierungsformen zur ambulanten Versorgung und der dazugehörigen Kommunikationstechnologie. Der HausnotRuf wurde entwickelt und die Pflegeversicherung als dauerhafte Absicherung konzipiert.
  • Mitwirkung bei der Diskussionen zu deren Einführung mit den späteren Gesetzesinitiatoren (Karl Jung)
  • 1982 Präsentation des Hausnot-Rufs in mehreren Städten und Staaten in den USA mit einer Delegation aus Schweden, Österreich und Deutschland
  • Umwandlung von mehr als 30 Polikliniken in Gesundheitszentren ; in Berlin (Ost) und Brandenburg.
  • Konzipieren von Führungsgrundsätzen für Krankenhäuser, ähnliche Dienste und Einrichtungen

    ( siehe u.a. Literatur/Veröffentlichungen, Nr. 26; Neue ambulante und stationäre Betreuung und effiziente Führungskonzeption … und ferner Nr. 9, Hausnot-Ruf, Forschungsvorhaben…; Anlage 2)

  • Entwickeln und Programmierung eines Krankenhaus-management-informations- und Leitsystems (KIS, jetzt Agfa) in Kooperation mit dem amerikanischen Computerhersteller IBM an einem damals kirchlichen Krankenhaus in Wilhelmshaven. Installation der entsprechenden Hardware.                                        (Siehe Literatur/Veröffentlichungen, Nr. 9, Hausnot-Ruf, Forschungsvorhaben…; Anlage 4, Blatt 1 + 2 )

 

Die mandantenfähige Software ( bis zu 999 Mandanten/ Krankenhäuser) ist seit 1985 sowohl für den stationären wie ambulanten Bereich anwendbar. Von jenem kirchlichen Krankenhaus in Wilhelmshaven erhielten als erstes das Klinikum der Stadt Braunschweig ( damals 1600 Betten) und ein Krankenhaus in Siegen ( 500 Betten) die Nutzungsrechte. Eine zunächst krankenhauseigene Gesellschaft ( Akos GmbH ) übernahm später die Nutzungsrechte und erteilte Lizenzen an eine Bremer Software-Firma ( Boss), welche die Nutzungsrechte Agfa übertragen hat. Genutzt wird das inzwischen modifizierte Softwarepaket von ca. 350 Krankenhäusern.
Die Software führt z.B. diagnoseabhängige Interaktionskontrollen bei Medikamenten-„Cocktails“ durch, erstellt elektronisch eine Patientenakte, auch im COM-Verfahren für die Archivierung; steuert und regelt die Zeit- und Arbeitsabläufe der Leistungsstellen (Stationsabläufe, Labor, Röntgen pp, Küche, Facility-Management pp ) und fügt die medizinischen Resultate unmittelbar in die Patientenakte ein und informiert automatisch sofort die Ärzte und Stationen, wenn kritische Resultate ( z.B. Labor) ermittelt wurden oder vorliegen
  • 1985 Präsentation des Hausnot-Ruf zusammen mit Professor Dr. M. Sammuelsson, Malmö, Schweden, auf dem gerontologischen Weltkongress in New York.
  • Seit 1980 entstanden allein in Deutschland bis gegenwärtig ca. 350.000 Arbeitsplätze im ambulanten pflegerischen, gerontologischen Betreungsbereich und in den Hausnot-Ruf-Zentralen noch einmal rd. 15.000 Arbeitsplätze. Die volkswirtschaftliche Ersparnis in Deutschland wird sich auf schätzungsweise jährlich rd. 1 Milliarden Euro belaufen, mit steigender Tendenz. (siehe: www.akut-kliniken.de Kategorie Literatur /: Nr.  52 The Graying Of Germany- 4.1-223.7 )
  • Nr. 09 Forschungsvorhaben Hausnotruf- Erfahrungsberich-
  • Auszeichnung des Hausnot-Ruf –Systems vom Wirtschafts-Club Rhein/Main mit dem Innovationspreis der deutschen Wirtschaft
  • Einladung vom US-Gesundheitsministerium nach Washington, zur Präsentation des Gesamtkonzepts Hausnot-Ruf und Krankenhaus-Management-System (1995) (Literaturanhang:
    • Nr. 24.1 Hospitalkosten je Einwohner  Deutschland- USA
    • Nr. 24.2 Kosten je Berufsgruppe je Krankenhausbett  Deutschland-USA
    • Nr. 24.3 Systemvergleich  Kosten  Gesundheitswesen Deutschland-USA
    • Nr. 24.4 Washington Einladung Gesundheitsministerium USA
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Der weltweit erste Hausnot-Ruf-Posten mit der Nr. 1 und der Funkfinger-Codierung 51. Im Hintergrund ist noch ein Teil der Verleihungsurkunde des Frankfurter Innovationspreises der deutschen Wirtschaft vom Wirtschafts-Clup Rhein Main e.V. Frankfurt/Main für zu sehen, mit dem der Hausnotruf ausgezeichnet wurde.

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Erstes offizielles Foto eines Prototyps vom Hausnot-Ruf- Posten 1979 ANT-St. Willehad mit Frau Gertrud Stahl ( alias Frau Janssen ) aus Wilhelmshaven. Das Gerät ist noch einfarbig grau.

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Die erste Hausnot-Ruf-Zentrale der Welt. Sie wurde am 25.2.1980 in einem Krankenaus in Wilhelmshaven installiert und im “Echtbetrieb” den Symposiumsteilnehmern und Medien vorgeführt und von Frau Helga Seifert ( obiges Bild ) bedient. Die ersten Probanden des dann 1980/81 begonnenen Feldversuches kamen aus der unmittelbaren Region, den Ostfriesischen Inseln, Hamburg, München, Augsburg, Freiburg, Münster , Müden-Flettmar (bei Hannover) und England

Ministerialdirigent und späterer Staatssekretär Karl Jung vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnungin Bonn, spricht 1980 zum Thema einer Pflegeversicherung auf dem Symposium Hausnot-Ruf in Wilhelmshaven

Ministerialdirigent und späterer Staatssekretär Karl Jung vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnungin Bonn, spricht 1980 zum Thema einer Pflegeversicherung auf dem Symposium Hausnot-Ruf in Wilhelmshaven

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Schw. M. Coronata Orden der Franziskanerinnen St. Mauritz, Münster, 1983 in der Hausnot-Ruf-Zentrale eines kirchlichen Krankenhauses in Wilhelmshaven . Sie kennt die Teilnehmer, Nutzer und Patienten und deren Angehörige und hat Aller Vertrauen in vielen Gesprächen und persönlichen Besuchen erworben. Diese Vertrauensbasis ist für eine Hausnot-Ruf-Zentrale unerlässlich- Am 6. Februar 2008 wurde Sw. M. Coronata die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

The Graying of Germany

The Graying of Germany ?
gesamter Artikel 

Die  Antwort:   Einfach etwas tun; sowie  mutig und  erfolgreich  experimentieren.

Neue flächendeckende  situationsgerechte Strukturen  im Gesundheits- und Sozialbereich suchen und gestalten, so z.B. neue Kommunikations-technologien, den  Hausnot-Ruf nutzen und nach der Einführung der Pflegever-sicherung in die Wohnungen Älterer und Kranker gehen. Öffnung der Krankenhäuser für ambulantes Tun  und dabei fortschrittliche Führungskonzepte  anwenden.  

I) „The Graying of Germany“  

 

 Der Titel  meiner   Webseite  lautet „The Graying of Germany“   bewusst gewählt, weil  das  Newsweek  Magazine  vom 28.02.1977   einen Artikel   mit dem Thema „The Graying of America“ herausbrachte. Vieles aus jenem  Artikel  entsprach auch meiner Auffassung   zu diesem  Generationsthema.[1]

 

Damals, in den 1970-er Jahren, wollte ich nur für kurze Zeit in einem Krankenhaus als Verwaltungsdirektor hospitieren. Dabei fand ich sehr schnell, dass die ambulante  und stationäre Patientenversorgung   in Deutschland  antiquiert war   und viele alte Zöpfe hatte. Vor allem war sie nicht patientengerecht. Nach meinem betriebswirtschaftlichen Studium war ich mehrere Jahre in   Stabsabteilungen in der Zentrale  namhafter  Automobilhersteller  tätig  gewesen und kannte die ausgefeilten Betriebsabläufe in deren  Organisationen.

 

Die Führungsmethoden in den Krankenhäusern  waren antiquiert, die Mitarbeiter litten darunter  und waren frustriert. Computersysteme, welche  die Betriebsabläufe eines Krankenhauses  erleichtern würden, gab es kaum und wurden auch oftmals abgelehnt. Die älteren Patienten, die  pflegebedürftig wurden,  aber dennoch  aus dem Krankenhaus entlassen  werden mussten,   sahen  einer ungewissen medizinischen und pflegerischen  Restlebenszeit  mit hohem, schwierigem  finanziellem Aufwand entgegen. Wir nannten diese restliche Lebenszeit  „die Zeit der Hypotheken“. Die finanziellen  Lebensplanungen vieler Älterer gingen seit langem nicht mehr auf. Zum Beispiel ein gerade beim  Pensionseintrittszeitpunkt abbezahltes Eigenheim musste nun wiederum wegen der Pflegebedürftigkeit    belastet werden,  um diese  Pflege  und den Lebensabend  zu bewerkstelligen.   Wenn die Ärzte den  Patienten  die Pflegebedürftigkeit  mitteilen  mussten, waren diese  danach  meistens paralysiert.  Ein   halbwegs geregelter Generations- und Eigentumswechsel  fand  in solchen Situationen kaum noch statt. Die Familien verarmten.

 

An solch einem Ort wollte ich zunächst nicht bleiben.  Aber weggehen, ohne etwas zu ändern, war auch kein Weg. Aus früheren Zeiten hatte ich als Konvertit  Kontakte  zu den Jesuiten in   Münster, Frankfurt und  München.  Von ihnen erhielt jetzt  mehrere Pakete mit  ca. 40  Büchern  und   ferner Vorlesungsskripten   über alles Mögliche,  insbesondere  über  die Erkenntniskritik pp..

 



[1] Siehe Literaturhang, Webseite   Nr.09 Erfahrungsbericht  Forschung-Hausnotruf 1979- 1983, Anl. 8 , Bl 1-8

 

Verändertes Zusammenleben beeinflusst Werte- u. Wissenstransfer

Auf dieser  Internetplattform  veröffentliche  ich   meine  pro bono publico umgesetzten  Konzepte und  Arbeiten über:

Das Grauwerden Deutschlands – The Graying Of Germany  

Das sind u.a.:

  1. Konzipierung und Einführung neuer flächendeckender         ambulanter Betreuungsformen u.a. vor allem ,im vertrauter  Wohnumgebung
  2. Konzipierung, Entwicklung und Einführung des HausnotRuf,
  3. Konzipierung der Pflegeversicherung,
  4. Entwicklung von  Software für  fortschrittlichen  interaktive mandantenfähi-ge  Kommunikationstechnologien ambulanter und stationärer Einrichtungen  (Krankenhaussoftware, z.B. Agfa)  Vernetzungen  des ambulanten mit  stationärem Gesundheitsbereich,
  5. und über die Tatsache , wonach „verändertes Zusammenleben Werte- und Wissenstransfer“ beeinflusst.  Mit diesem Thema befasse sich seit über 40 Jahren. Diese Ziele wurden weitestgehend umgesetzt  und sind  nachfolgend in Kurzform darstellt:

Verändertes Zusammenleben beeinflusst Werte- u. Wissenstransfer

Die Formen des Zusammenlebens verändern sich außerordentlich schnell und global. Das Streben des Menschen nach    erträglichen Formen des Zusammenlebens, unter   sinnvollen sowie vertretbaren   sozialen, wirtschaftlichen   und  gesundheitlichen Strukturen, bleibt dabei   ungebrochen über die Generationen hinweg in jedem von uns bestehen, wie  ein Hinstreben nach einer Art Urvertrauen. Dieses Bestreben  verfolgt uns,    und die moderne Lebensweise   muss Antworten darauf geben.

K.Lorenz….  „spricht von der drohenden Auflösung unserer Sozietät  durch Störungen  in der Überlieferung  unentbehrlicher Verhaltensnormen und davon, dass ein Abreißen  der Tradition alle kulturellen Normen sozialen Verhaltens  wie eine Kerzenflamme auslöschen kann“.   „Das Leben  eines Menschen reicht einfach nicht aus, die  notwendigen Tugenden   selbst zu erfinden. Jeder  muß aus den Erfahrungen früherer Generationen lernen.

Daher lautet  die wichtigste Erkenntnis unserer  Zeit, dass  viele  Erfahrungen ohne theoretische Begründung hingenommen werden müssen.   Daraus ergibt sich, dass der Mensch auf die Weitergabe kultureller  Informationen von Generation zu Generation und das unser Zusammenleben  auf Verantwortung und Vertrauen angewiesen ist.“

An dieser Stelle,  „wo unterschiedliche Kulturen aufeinanderstoßen,  zeigt sich dann die Grenze einer Globalisierung.  Erst wenn es zu einem  vertrauensvollen Konsenz über die unterschiedlichen Werte kommt, kann  ein generationsübergreifendes Fortbestehen erreicht werden“. Dieser  Konsenz ist unerlässlich.

Hinzukommt, „aus  einer informationellen unzulänglichkeit  eines Menschen ergibt sich die Tatsache, dass  er der Komplexität  seiner Welt nicht gewachsen ist. Der  Mensch kann in begrenzter Zeit nur wenig Informationen aufnehmen. Deshalb ist der Zeitbedarf zum Verständnis für komplizierte Zusammenhänge  größer als verfügbar. „

„Das Wissen  unserer Zeit entspricht einem ungeheuer großen  und rasch  wachsendem Gitter aus Begriffen , (etwa in der Größe eines Fußballfeldes), zwischen denen  Beziehungen bestehen.  Unser Bewußtsein gleicht dagegen einem Käferchen, das auf dem Gitter  herumkrabbelt. Es kann günstigstenfalls  zwei oder drei Begriffe und ihre Beziehungen gleichzeitig erfassen, es gelingt ihm nicht, das Gitter in seiner Gänze  zu überblicken, seine Ordnung zu begreifen und hierüber   allseits  verbindlich Aussagen zu machen.

Der Mensch  berfindet sich gewissermaßen  in einer informationellen  Unzulänglichkeit.

Das ist einer der Gründe, dass der Mensch auf die Weitergabe kultureller  Informationen  von Generation zu Generation   und auf das Zusammenleben, auf Verantwortung und Vertrauen  angewiesen ist. „

Ich gebe darauf meine Antworten in Form von Thesen deren teilweiser Umsetzung:

Als  Ergebnis wurden  dabei   in den 1970-er Jahren     neue ambulante Betreuungs-formen   mit dem HausnotRuf und  zu deren  beider Finanzierung  die Pflegeversicherung konzipiert.  Der HausnotRuf  in Kooperation mit der ambulanten Betreuung und die  Pflegeversicherung   bedingen einander und entstanden daher  nahezu zeitgleich und wurden von den gleichen Personen initiiert. ( Pflegeversicherung  Jung  und Hormann, Hausnot-Ruf  und ambulante Betreuungskonzepte Hormann)

Beharrlichkeit ist  dabei ein wichtiger Wegbegleiter.

Den Blick auf eine unverzerrte globale Sicht der Dinge vor dem Hintergrund sowohl eines weltanschaulichen wie auch holistischen Betrachtungswinkels zu lenken. Die mo-dernen Kommunikationsmittel und –technologien führen, nahezu für jedermann, zu im-mer größeren Wissenssprüngen und zu immer größerer Wissenskumulation.

Aus meiner Sicht befindet sich die wissenschaftliche Erkenntnis, insbesondere die der Verhaltensmedizin, in einem Umbruch und kommt zu neuen Erkenntnissen, die sich entscheidend auf die bisherigen ambulanten und stationären Strukturen des Gesund-heitswesens  auswirken und dieses verändern werden.

Die Verhaltensmedizin sieht Krankheit nicht nur als eine ausschließliche Sache des Körpers oder des Geistes an. Beide interagieren, sind voneinander abhängig. In gewisser Weise kommt es im Gesundheitswesen relativ kurzfristig zu einem Para-digmenwechsel. Der   führt notwendig zu neuen Strukturen des  ambulanten  und stationären Gesundheitswesens

So habe ich folglich  1970  einen solchen Paradigmenwechsel bezeichnenderweise als erstes  an   einem Krankenhaus in Wilhelmshaven  eingeleitet. Neben relationalen Datenbanksystemen für Krankenhausabläufe wurden  neue großflächige ambulante Betreuungsformen an einem Krankenhaus errichtet und parallel dazu den Hausnot-Ruf zu konzipiert und entwickelt. Dieser wurde dort 1980 eingeführt. Er soll  als Kommunikationstechnik Sicherheit in die   flächendeckende die Kranken- sowie Behindertenversorgung und Altenbetreuung bringen.

Angereichert um Kenntnisse moderner Medizin, insbesondere der Bio- und Verhaltens-medizin,   veränderten sich die ambulanten und stationären Betreu-ungsformen in ge-wisser Weise revolutionär. Diese Entwicklung ist erst am Anfang   und noch in vollem Gange.

    • Anlässlich eines Symposiums wurde 1980 der Hausnot-Ruf  der internationalen Öffentlichkeit und den Medien ( Rundfunk, Fernsehen,  den Printmedien und der Fachpresse ) vorgestellt. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurden  in dem betreffenden Krankenhaus biomedizinische Patientendaten ( EKG ) generiert,  digital erfasst,  interpretiert und in einer Historie-Datei  abgespeichert. Diese so erfassten biomedizinischen  Historie-Daten eines Patienten wurden dann mit seinen Werten aus späteren Messungen abgeglichen. ( Siehe  auch nachstehenden Link : …computerwoche 1981 … weiter unten)
    • Nach meiner Auffassung machte es  keinen Sinn, ein Kommunikations-system  zu schaffen, ohne dessen  nachhaltige Umsetzung finanziell abzusichern. Daher wurde von mir   im Rahmen des Projektes “HausnotRuf”     beim damaligen Bundesministerium für Arbeit ( BMA)  die  Einführung einer Pflegeversicherung  initiiert.
    • Beide, der Hausnot-Ruf und die Pflegeversicherung, entstanden nahezu gleichzeitig, weil sie sich auch wechselseitig  bedingen.Die Pflegeversicherung  benötigte  allerdings  auf ihrem parlamentarischen  Entscheidungsweg noch die Zeit bis 1995.
    • Auf dem International aufgestellten Symposium Hausnot-Ruf, 1980   in Wilhelmshaven,  erläuterte der damalige Ministerialdirigent  und spätere Staatssekretär Karl Jung folglich  erste Überlegungen  zu einer  Pflegeversicherung.  Nur so ist  die flächendeckende Verbreitung der ambulanten Pflegedienste in Deutschland  erklärbar; die durch den subsidiär einsetzbaren Hausnotruf erst  in dem jetzigen Umfange möglich geworden sind.
  • Aus strategischen Gründen  wurde damals 1978 der Forschungsantrag Hausnot-Ruf daher   ohne die biomedizinischen Komponenten gestellt  und umfasste zunächst nur die Betreuung älterer  und alleinlebender Menschen. Unnötige und erwartete Widerstände verschiedener Interessensgruppen sollten  so vermieden werden.
  • http://www.computerwoche.de/heftarchiv/1981/3/1184988/index.html

Ziel ist  u.a. auch: Neue  bezahlbare  und  situationsgerechte Strukturen in die stationäre und ambulante  Krankenversorgung  Erwachsener,  der   Kinder und Säuglinge, Behinderter und in die Seniorenbetreuung  zu transferieren.

Wilhelm Hormann bei der Festrede in Nürnberg:

 

Der "geistige Vater" des Hausnotruf: Wilhelm Hormann bei der Festrede

Der „geistige Vater“ des Hausnotruf: Wilhelm Hormann bei der Festrede

Dies soll mit Hilfe der Mechanismen und Technologien, der fortschrittlichen:

und unter Beachtung des „Prinzip der rechten Ordnung der Dinge“ geschehen.

Die Wortschöpfung „Funkfinger“, ursprünglich  „ Ariadnefinger“ genannt, lehnt an die Sage in der griechischen Mythologie über Theseus und dessen rettendes Herausfinden  aus dem Labyrinth  mit Hilfe des  Ariadnefadens an.

Sowohl aus der Verlassenheit   im Labyrinth von Häuserschluchten in Städten und von bürokratischen, finanziellen Hemmnissen in  einer ´von vielen Menschen als willkürlich empfundenen Bürokratur` als auch in der Abgeschiedenheit einsamer Landstriche und dem Labyrinth bürokratischer Zu- und Unzuständigkeiten soll ein   Kranker oder Hilfesu-chender in die Lage versetzt werden können, mit befreiender Wirkung   per Knopfdruck und mittels   Funkfingers, des „elektronischem Ariadnefadens“, jederzeit und von jedem Ort der Welt Hilfe herbeirufen und dann zugleich verbal auch kommunizieren zu können.
Die technischen und organisatorisch-rechtlichen  Voraussetzungen  parallelen  Übertragens biomedizinischer Daten sind  angesichts der zunehmenden  Mobilität der Be-völkerung jetzt und langfristig unabdingbar.

Der Journalist des Manager-Magazins Dietmar Gottschall fasste diese Gedanken für eine Management-Zeitschrift zusammen, unter  der Überschrift: „Was die Unternehmen von einer Klinik lernen können.“.(Siehe    Literatur/ Veröffentlichungen :  Nr. 25   u.a. )

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Kopie der Verleihungsurkunde vom Frankfurter Innovationspreis der deutschen Wirtschaft . Diese befindet sich in meinem Besitz.

Aus diesem konzeptionellen Denken heraus erfolgte letztlich  seit 1970 die Entwicklung  des Hausnot-Rufs. Diesem wurde dann 1982 der Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft verliehen. AEG-Telefunken-Nachrich-tentechnik-GmbH (ANT), Backnang erhielt als Unternehmen für produktionstechnische Umsetzung und für die Markteinführung die Auszeichnung.

Gleichwohl fertigte der Künstler im Auftrage der ANT-Unternehmensleitung, eine Kopie für mich als den Innovator und geistigen Entwickler des HausnotRuf´s an und überreichte  mir diese nebst Verleihungsurkunde. Die abgebildete Plastik ist somit jene, von ANT mir überreichte Kopie des Originals, während dagegen das Original als Wanderpreis alljährlich weitergereicht  und um die Namen neuer  Preisträger  ergänzt wird.

 

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Frankfurter Innovationspreis der deutschen Wirtschaft, die obige Kopie der Verleihungsurkunde und der Metallplastik überreichte mir 1983 die ANT.

Aus der Konzeption des Hausnot-Ruf, in Verbindung und in Kooperation mit Krankenhäusern, den ambulanten Pflegediensten, den Seniorenheimen, den Doctors-Buildings  und  den einzelnen Arztpraxen auf dem Lande und in der Stadt  pp.,  ergeben sich nahe-zu zwangsläufig  neue interaktive und komplexe Versorgungs-strukturen.

 

 

Durch solche   Versorgungs-strukturen  werden die,   bisher   meistens   als über-regionale    Call-Center,  betriebenen Hausnot-Ruf-Zentralen  nicht  in Frage gestellt. Es ergeben  sich  jedoch  inhaltlich andere weitergehende  Strukturen  mit regionalem Bezug.

Das weltweite Interesse…an dieser WEB-Seite und damit an dem Thema ist   jedenfalls überraschend groß. Seit April 2007 bis Ende Juli  2010 erfolgten rd. 188.331 qualifizierte  Besuche ( Zugriffe von staatlichen Institutionen ) aus allen Erdteilen und aus 99 Ländern (Staaten); von mehr als  der Hälfte (51,56%)  aller 192  bei der Uno anerkannter  Staaten.  55,97 % der Zugriffe erfolgten aus den USA (von 43 US-Bundesstaaten; dass sind 86 % aller US-Staaten),  19,9 % aus  Deutschland  und die übrigen Besuchszahlen verteilen sich gleichmäßig auf die übrigen Länder. Von insgesamt 733 großen oder größeren Städten  wurde weltweit auf diese WEB-Seite zugegriffen; von jeder Stadt im Mittel mit einer Häufigkeit 210. Das lässt  auf eine höhere  Nachhaltigkeit  schließen .

Seit 1980 sind bis 2007 nach  Angaben der Industrie  mehr als 7 Millionen Hausnot-Rufgeräte  weltweit produziert  und verkauft worden.  Fachkreise schätzen daher,  dass  gegenwärtig  mehr als 5 Millionen Menschen über  einen  Hausnot-Ruf in ihrer Woh-nung oder ihrem Haus verfügen und diesen  auch anwenden.

Allein in Deutschland entstanden  seit  der  Einführung  des   Hausnot-Ruf ‘s ab 1980  und  der durch das Forschungsprojekt  Hausnot-Ruf initiierten  Pflegeversicherung  bis gegenwärtig ca. 350.000 Arbeitsplätze im ambulanten pflegerisch, gerontologischen  Bereich  und in den Hausnot-Ruf-Zentralen noch einmal rd. 15.000 Arbeitsplätze. Die volkswirtschaftliche Ersparnis in Deutschland wird  auf jährlich rd. 1 Milliarde € geschätzt, mit steigender Tendenz. (siehe diese Webseite,Literaturanhang

  • :Nr. 45 Gesamtrechnungen Statistik, Pflege, Hausnot-Ruf, Krankenhaus/
  • :Nr. 46  Pflegeversicherung Leistungsempfänger  1995-2008
  • :Nr: 47 Pflegeversicherung Einnahmen und Ausgaben  1995-2008)

Mit dieser WEB-Seite  will ich  über das ursprüngliche  Thema  des Hausnot-Ruf  und seine Ziele  informieren und  zur  sachlichen Diskussion  sowie  zu  einer  zeitgemäßen Weiterentwicklung,  einschließlich der   geplanten Umsetzung der Aspekte der   Telemedizin, eines der ursprünglich Ziele der Hausnot-Rufs, beitragen.(Siehe Literaturanhang: