Betriebspoliklinik des Ministerrates wird 1990 Medizinisches Versorgunszentrum (MVZ) in Berlin-Mitte

Die Voraussetzungen für  eine  denkwürdige gesundheitspolitische Metamorphose wurden mit dem 20. August 1990 in Berlin Mitte geschaffen.

  • An diesem Tag erhielt zu DDR Zeiten der Verein „Kuratorium am Potsdamer Platz- Verein zur Förderung medizinischer und sozialer Einrichtungen“ seine Rechtskraft vom Vereinsregister des Stadtbezirksgerichtes Berlin Mitte unter der Nr. 1925 des Vereinigungsregister.                    ( >> www.akut-kliniken.de, Literatur, Nr. 59.1 Kuratorium Potsdamer Platz rechtsfähig).
  • Dem ging zu Beginn des Jahres 1990  ein Gedankenaustausch mit  Staatssektär Karl Jung  im damaligen  Bonner  Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung voraus. Ich wollte  sicher  sein, dass die von mir gewählte Rechts- und Organisationsform auch nach der sich abzeichnenden  Wiedervereinigung der beiden  deutschen  Staaten,  Bestand  haben würde.  Wie  zu erwarten, wurde diese Lösungsform (jetzt unter MVZ bundesweit bekannt) von unterschiedlichen  Interssengruppen  nach der Wiedervereinigung erfolglos  angegriffen.  (BMA-Jung 18.04.1990
  • Damit war die Möglichkeit geschaffen worden, wonach eine gemeinnützige Einrichtung Träger der staatlichen Betriebs-Poliklinik im Hause der Ministerien (= HdM) (mit 15 Außenstellen in den anderen DDR- Ministerien und ca. 370 Mitarbeiter, darunter über 60 Ärzte nahezu aller Fachrichtungen) in der Leipziger Str. 5-7werden konnte.Dort ist  gegenwärtig Sitz des Bundesfinanzministeriums,
  • Am 28.09.1990 unterzeichnete der damalige DDR Gesundheitsminister Dr. Sc. Jürgen Kleditzsch für das Ministerium für Gesundheit den Übertragungs-vertrag zum 1.10.1990 auf den neuen gemeinnützigen Träger. Für den neuen gemeinnützigen Träger, „Kuratorium am Potsdamer Platz- Verein zur Förderung medizinischer und sozialer Einrichtungen“ unterzeichneten dessen Geschäftsführer, Dr. med. Sc. G. Tomschke und der Dipl.-Kfm. Wilhelm Hormann , von der Akut-Kliniken- Verwaltungs-GmbH. ( >> www.akut-kliniken.de , Literatur, Nr. 59.2 Der Übernahmevertrag 27.9.1990)
DDR-Poliklinik-System erhalten 11.8.1990

DDR-Poliklinik-System erhalten 11.8.1990

 

  • Die ehemals staatliche Betriebs-Poliklinik des Ministerrats der DDR im Hause der Ministerien hatte sich mit dem 1.10.1990 metamorphosierend in ein Medizinisches Versorgungs-zentrum (MVZ) , in ein gemeinnütziges Gesundheits-zentrum mit ange-stellten und niedergelassenen Ärzten gewandelt. Das erste  Gesundheitszentrum oder MVZ seiner Art im wiedervereinigten Deutschland. Nach dieser Konzeption  sind dann in ganz Deutschland Gesundheits-zentren  und MVZ entstanden

 

 

  • Dieses war nach dem Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR, nachdem zeitlich befristete Übergangsbestimmungen noch rechtzeitig entfernt wurden, zulässig. Später wurde die Bundesgesetzgebung angepasst und die Gesundheitszentren oder MVZ breiteten sich dann in ganz Deutschland aus. Angestellte und niedergelassene Ärzte arbeiteten in einer großen Praxis unter einer oder getrennter KV-Zulassungs-Nummer.
  • Der damalige Justitiar der Kassenärztlichen Bundesvereinigung  war 1990 nach der Wiedervereinigung.sehr erstaunt, als  mit ihm Kontakt aufgenommen wurde. Er konnte nicht glauben, dass ausgerechnet die staatliche Betriebspoliklinik des DDR-Ministerrates eine gemeinnützige Rechtsform noch zu DDR-Zeiten gehabt hatte. Ihm ist zu verdanken, dass spätere Angriffe , auch standespolitische und  auch über die Standesbank ins Leere liefen. (>> www.akut-kliniken.de , Nr. 59 >> Zeitungsartikel vom 21.Mai 1991)
Berlin, 1994 Gesundheitszentrum ( MVZ) Mohrenstr 6

Ärztehaus in der Mohrenstr. 6, Berlin-Mitte

1994 zog das Gesundheitszentrum von dem Gebäude des jetzigen Finanzministeriums, in der Leipziger Str. 5-7,  aus in ein von dem Bundesvermögensamt gemietetes Gebäude in der Mohrenstraße 6 um. Dieses Gebäude wurde für Arztpraxen umgebaut. Dort waren bis 1998 angestellte und niedergelassene Ärzte tätig. Der Trägerverein löste sich auf.

  Ein Ärztehaus ist dieses Gebäude  bis jetzt  geblieben.

  • Das Konzept  der umgewandelten Betriebpoliklinik im Haus der Ministerien und später  in der Mohrenstr. 6  -von 1990 bis 1998.   In den Doctors-Buildings der USA  ist  meistens das Beteiligungsverfahren derart geregelt, dass  der Anteil an dem Doctorsbuilding  nur für ärztliche Tätigkeiten möglich    werden kann. Die Nachfolgeregelungen sind daher in gewisser Weise  zustimmungsplichtig, um dieses sicherzustellen.  Das als Literatur-Anhang Nr. 60 beigefügte Konzept (Poli-HdM-Mohrenstraße 6)   ging  u.a. von dieser  Überlegung aus, ist aber auf die deutschen  Verhältnisse  zugeschnitten.

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