Die lange Vorgeschichte des Hausnot-Ruf´s …

Aus  meiner Kindheit  (geb. 2/1939)   kann ich mich an die Erlebnisse  der  letzten zwei Jahre Nazideutschlands (1944 und 1945)  besonders erinnern.

  1. Mein Vater  besaß  in meinem Heimatort Flettmar, in der Lüneburger Heide, bei Celle,  eine Vertretung der Auto-Union AG,  heute Audi, und eine  Ende 1937 gebaute  entsprechende Reparaturwerkstatt. Er besaß einen DKW-Meisterklasse, ein für damalige Verhältnisse schönes Auto  ( siehe  Foto [1]). Meine Mutter, Anna Hormann,  führte mit diesem Auto  „Sitzend-Krankentransporte“,  für  leicht erkrankte Patienten, die während des Transportes nicht liegen mussten, durch.

Mit Beginn des Jahres 1939, dem Kriegsbeginn Hitlers, wurden nahezu  alle privaten  Fahrzeuge, PKW und Motorräder, von der Reichswehr requiriert und mein Vater wurde zusammen  mit  seinen Mitarbeitern zum Krieg, in die Armee einberufen und    sein Betrieb  geschlossen. Meinen Vater habe ich dann erst 1948, nach seiner Rückkehr aus der Russischen Gefangenschaft in Sibirien wieder gesehen und auch erst wieder  kennen gelernt. Ich war inzwischen 9 Jahre alt. Wenige Jahre nach seiner Rückkehr verstarb er an  Kriegsfolgen.

Der Lange Weg

Foto 1: „Der Krankenwagen von 1939 bis Mai 1945- ein DKW F8 der Auto-Union“.

In der Region um meinen Heimatort herum  (30 km bis Wolfsburg und 25 km bis Celle), war unser Auto, der DKW, zu Kriegszeiten einer der wenigen PKW´s, die weiterhin im Privatbesitz bleiben durften, allerdings  mit der Verpflichtung, meine Mutter müsse  weiterhin  in der Region die  Krankentransporte  durchführen.

 

  1. Mit fortschreitenden  und  immer länger andauernden  Kriegsjahren starben immer mehr deutsche Soldaten und immer mehr  junge Männer wurden  in die Armee eingezogen. Es fehlte allerorten  an Arbeitskräften. Die holte Hitler sich  aus den eroberten Ost-Gebieten, aus Osteuropa, in Form von Sklaven, Ost-Arbeiter genannt. Arbeitsfähige junge Männer und Frauen wurden gefangen genommen und zwangsweise ins damalige Deutsche Reich  transportiert. Dort mussten  sie arbeiten, bei den Bauern als Erntehelfer  oder in den Fabriken. So waren überall in den Dörfern ringsherum junge Menschen aus den „Ostgebieten“, wie man damals sagte. Im  7 km entfernten Nachbarort, Langlingen, war eine SS-Nebeltruppe  stationiert.

Literaturanhang  Nr.  48  Einfach etwas tun- die lange Vorgeschichte zum Hausnot-Ruf

Literaturanhang  Nr. 49  The long history  of the medical alarm / medical call

Literaturanhang  Nr.50  Dluga historia- demowego  urzadzenia alarmowego

Literaturanhang  Nr.51  A longa historia  dochamado de ermergencia

 

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